China ein Markt für Altkleider ?
05.07.2006Die Chinesische Volswirtschaft verzeichnet seit Jahren Zuwachse in zweistelligen Bereichen.
Die Gier nach Rohstoffen und Energie ist kaum zu befriedigen, um die weitere Expansion des Chinesischen Reiches voranzutreiben.
Alle Recyclingsparten partizipieren seit langem an diesem Boom in China.
Schrott, Papier und Plastik ist ein gefragtes Material und findet seinen Einsatz als Sekundärrohstoff.
Einzig allein Textilien finden den Weg nicht zurück und keine Verwertung Als Sekundärrohstoff in China. Wie wir wissen und auch schon gehört haben, gilt China als der größte Produzent von Neutextilien nach europa und den USA. Selbstverständlich hat man auch hier Fortschritte im Bereich der Qualitäten gemacht und die Verarbeitungen in den letzten Jahren verbessert.
Der Absatz wächst weiter und durch den Wegfall der Handelsbeschränkungen ist nun ein maximaler Absatz gegeben.
Allerdings haben wir auch von den Problemen in China gehört.
Uneingeschränkter Boom und wirtschalftliche Expansion fordern ihren Tribut.
Steigender Energieverbrauch, der Ausstoß von Kohlendioxid ( zweiter Platz nach den USA ), und der immense Verbrauch an Wasser werden China zum Umdenken bewegen und wie erfreulicherweise bemerkt, eine Anlehnung an Europäische Umweltgesetzgebungen finden. Nicht zuletzt bedeutet dies natürlich auch einen Wettbewerbsvorteil in den weltweit zusammenrückenden Märkten und der voraussichtlichen Globalisierung.
Wir als Textilrecycler sind überzeugt, wir werden mit unserem heutigen know how und unseren Möglichkeit in naher Zukunft ein zunehmendes Intresse wecken und dazu beitragen, das Textilien und gebrauchte Bekleidung nicht nur eine weitere Verwendung finden, sondern auch für die Gewinnung als Sekundärrohstoff dienen.
Durch den explosionsartigen Anstieg der Weltbevölkerung und damit verbundenen Bedarf an Bekleidung, sowie nicht zuletzt der Verteuerung der Energiekosten, ist die Produktion von Neubekleidung unter den heutigen Bedingungen, bei einem Verbrauch von 12.000 bis 27.000 Liter Wasser je Kilo Baumwolle, je nach Anbaumethode, nicht länger möglich.
Auch China wird sich zwangsläufig mit der Thematik beschäftigen müssen, Textilien und somit Fasergewinnung für die Herstellung von Neubekleidung einzuführen bzw. ausbauen, - wenn sie weiterhin eine Vormachtstellung in der Welt behaupten wollen.
Der Einsatz von technischen/synthetischen Textilien wird durch Preissteigerungen, als auch durch Europäische Verbrauchergewohnheiten, bedingt als einsatz für natürliche Stoffe dienen. Es ist schon heute möglich Baumwolle 3 bis 5 mal zu recyceln und dies unter weit ökologischeren Bedingungen, als die Herstellung des Primärrohstoffes.
Des weiteren sprechen wir aber auch von dem Grundbedürfnis bekleidet zu sein. Die Weiterverwertung von günstiger gut erhaltener Bekleidung wird weltweit bestätigt und begrüßt. Die Möglichkeiten des erwerbs von billiger Kleidung, schafft zudem Raum die begrenzten finanziellen Mittel der einzelnen Familien, für andere wichtige Güter einzusetzen und somit einen volkswirtschaftlichen Vorteil zu schaffen.
Dies ist in China nicht anders, als in einigen europäischen, asiatischen und afrikanischen Ländern, in denen es boomende Ballungszentren gibt, aber auch begrenzte Möglichkeiten im Hinterland bei der ländlichen Bevölkerung.
Wir hoffen, diese Tagung und die Präsenz der Textildivision hier in Beijing wird auch in China dazu beitragen, diesen Gedankengängen zu folgen und zukünftig das stoffliche Textilrecycling, als auch den Einsatz von wiederverwendbarer Bekleidung zu überdenken.



